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Notfallstandard Diabetische Entgleisung
Definition:
Überzuckerung (Hyperglykämie):
Ab einem BZ-Wert von 160mg/dl liegt eine Überzuckerung (Hyperglykämie) vor. Der Insulinmangel führt zu einer gravierenden Erhöhung des Blutzuckers. Innerhalb von Stunden bis Tagen kann sich eine lebensgefährliche Störung entwickeln. Verliert ein Betroffener das Bewusstsein, spricht man von einem "hyperglykämischen Koma".
Relevant sind zwei Formen:
- Bei Diabetes mellitus Typ 1 tritt gehäuft das ketoazidotische Koma auf, das durch einen absoluten Insulinmangel ausgelöst wird. Bei rund jedem vierten Diabetesbetroffenen wurde die Krankheit überhaupt erst in Folge eines solchen Komas entdeckt.
Wichtige Auslöser sind Belastungssituationen, die zu einem ungewöhnlich hohen Insulinbedarf führen, der vom Körper nicht gedeckt werden kann. Dieses ist etwa der Fall bei Infektionen, operativen Eingriffen oder mentalem Stress. Die Mangelversorgung löst eine diabetische Ketoazidose aus, also eine durch Ketonkörper verursachte Störung im Säure-Basen-Haushalt.
Häufig ist ein ketoazidotisches Koma auch die Folge einer Unterdosierung der Insulininjektion, etwa aufgrund reduzierter Nahrungsaufnahme bei Appetitmangel oder Übelkeit.
Das ketoazidotische Koma entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen.
- Kunden mit Diabetes mellitus Typ 2 erleiden gehäuft ein hyperosmolares Koma. Dieses wird ausgelöst durch einen relativen Insulinmangel und entwickelt sich vergleichsweise langsam, zumeist innerhalb von Tagen bis Wochen. Die wichtigsten Auslöser sind auch hier Lebenssituationen, in denen der Körper mehr Insulin benötigt als produziert wird, also Infektionskrankheiten, ein Schlaganfall, Operationen, seelische Belastungen usw. Weitere Faktoren können ein Diätfehler, die Einnahme von Glukokortikoiden oder Diuretika sein. Ein hyperosmolares Koma kann auch eintreten, wenn der Kunde zu wenig Insulin injiziert oder die orale Insulineinnahme versäumt. Der krankhaft gesteigerte Blutzuckergehalt löst gravierende Flüssigkeits- und Elektrolytverluste aus. Der Kunde erleidet eine Exsikkose. Da der Körper noch gewisse Mengen Insulin produziert, kommt es zu keinem Fettabbau. Dadurch wird der Säure-Basen-Haushalt nicht gestört.
Unterzuckerung (Hypoglykämie):
Ab einem Blutzuckerwert von unter 50 mg/dl kommt es zu einer Hypoglykämie.
- Bei einem rapiden Abfall des BZ-Wertes kommt es zumeist zu deutlich heftigeren Symptomen als bei einem langsamen Absacken des Blutzuckers. Wenn der Kunde unter einer Neuropathie leidet, ist es möglich, dass er die Symptome erst sehr spät bemerkt. Bei gleichzeitiger Einnahme von Betablockern kann sich der Schock schlagartig einstellen, also ohne dass in den Minuten zuvor die typischen Frühwarnsymptome auftreten. Es zeigen sich dann mitunter lediglich Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen oder Enthemmtheit.
- Für ein rapides Absacken des BZ-Wertes gibt es verschiedene mögliche Ursachen. Die häufigsten sind:
- Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen bei sommerlichen Temperaturen
- Mangelernährung
- fehlende Krankheitseinsicht und mangelnde Kooperation
- hohe körperliche Belastung
- Alkoholgenuss
- Medikamente mit der Nebenwirkung, Blutzucker abzubauen
- Medikamente mit der Nebenwirkung, Insulin zu verstärken
- zu hohe Insulindosis
- gesunkener Insulinbedarf
- Anders als gesunde Menschen sind dementiell erkrankte Kunden oftmals nicht in der Lage, die Frühwarnzeichen einer Unterzuckerung richtig zu deuten und sich angemessen verständlich zu machen.
Notfallstandard "Diabetische Entgleisung" |
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| Grundsätze: |
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| Ziele: |
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| Vorbereitung: | allgemeine Maßnahmen: |
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| allgemeine Anzeichen für eine Hyperglykämie |
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| Symptome, die tendenziell auf ein einsetzendes ketoazidotisches Koma schließen lassen |
Wir achten auf Symptome, die auf eine Ketoazidose schließen lassen:
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| mögliche Symptome eines einsetzenden hyperosmolaren Komas |
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| Symptome Hypoglykämie (Unterzuckerung) / hypoglykämischer Schock |
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| Durchführung: | Informations- sammlung |
Wir sammeln alle wichtigen Informationen, die für die weitere Behandlung relevant sein könnten:
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| Maßnahmen bei Überzuckerung |
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| Maßnahmen bei Unterzuckerung |
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| Unterscheidung zwischen diabetischem Koma und hypoglykämischem Schock |
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| Maßnahmen bei unbekannter Ursache |
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| Nachbereitung: | allgemeine Maßnahmen |
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| Dokumentation | Die Ereignisse werden dokumentiert. Wichtige Kriterien dafür sind:
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| Prognose |
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Dokumente: |
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Verantwortlichkeit: |
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