| Standard “ Pflege von Senioren mit Herpes Zoster (Gürtelrose) ” |
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| Grundsätze: |
- Gürtelrose ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, die insbesondere das Leben von immungeschwächten Personen bedrohen kann.
- Bei Gürtelrose ist ein schneller Therapiebeginn entscheidend für den weiteren Verlauf. Wenn wir hinreichende Anzeichen für eine Erkrankung bemerken, alarmieren wir stets den Hausarzt. Dieses auch auf die Gefahr, dass sich unsere Einschätzung als falsch herausstellen könnte.
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| Ziele: |
- Die Erkrankung wird schnell und korrekt erkannt. Der Kunde erhält zeitnah ärztliche Hilfe.
- Der Kunde gesundet ohne Komplikationen und ohne unnötige Schmerzen.
- Die Übertragung der Infektion auf andere Personen und Pflegekräfte wird verhindert.
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| Vorbereitung: |
Symptome |
Wir achten auf Symptome, die für eine sich entwickelnde Gürtelrose sprechen:
- Der Kunde klagt seit Tagen über ein allgemeines Krankheitsgefühl, also insbesondere über Kraftlosigkeit, Müdigkeit usw.
- Der Kunde klagt über mäßige Schmerzen an einer bestimmten Hautstelle.
- Der Kunde ist sehr lichtempfindlich.
- Die Körpertemperatur des Kunden ist erhöht. Ggf. hat er sogar Fieber.
- Nach zwei bis drei Tagen bildet sich an der schmerzenden Hautstelle eine Rötung, aus der sich wiederum Bläschen entwickeln. Diese stehen gruppenweise auf gerötetem Hintergrund. Die Bläschen werden eitrig, platzen auf und verschorfen.
- Der Hautausschlag breitet sich aus. Er bildet einen halbseitigen Querstreifen am Rumpf oder am Kopf.
- Der Kunde klagt über sehr starke Schmerzen im gesamten Bereich des Querstreifens. Er beschreibt die Beschwerden als brennend.
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weitere Maßnahmen |
- Wir lassen den Immunstatus aller Pflegekräfte ermitteln. Seronegative Mitarbeiter, bei denen also keine Antikörper nachgewiesen werden können, werden ggf. durch eine Impfung immunisiert.
(Hinweis: Eine Impfung bietet bei Zoster keinen vollständigen Schutz.)
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| Durchführung: |
Unterstützung der
ärztlichen Therapie |
- Ein schwerer Verlauf lässt sich häufig durch die orale Applikation von Aciclovir vermeiden. Bei immungeschwächten Kunden wird dieses Virostatikum intravenös verabreicht.
- Wenn die Augenregion betroffen ist, kann das Virostatikum als Augengel oder Augensalbe appliziert werden.
- Wir achten auf Nebenwirkungen von Aciclovir. Es können Magen-Darm-Störungen oder Hautausschlag auftreten. Aciclovir darf nicht bei Nierenfunktionsstörungen angewendet werden.
- Wenn der Kunde über starke Schmerzen klagt, sollte er Analgetika und ggf. Sedativa erhalten. Erforderlich ist die Schmerzbekämpfung oftmals bei der Körperpflege und beim Ankleiden.
- Starke Beschwerden können ggf. durch Ultraschall- oder Strombehandlungen gelindert werden.
- Wir alarmieren umgehend den Hausarzt bei folgenden Beobachtungen:
- Der Kunde hat Schmerzen auch außerhalb der befallenen Hautbereiche.
- Das Hör- oder das Sehvermögen ist eingeschränkt.
- Der Kunde klagt über Schwindel.
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pflegerische Maßnahmen |
- Die betroffenen Hautbereiche werden trocken gehalten, sollten also nicht gewaschen werden.
- Infektionsgefährdete Hautareale müssen mit Puder geschützt werden, etwa Hautfalten, die Stauungswärme ausgesetzt werden.
- Infizierte Hautareale werden ggf. lokal mit Zinkpaste, Betaisodona, oder Pyoctamin behandelt. Die Haut wird damit ausgetrocknet und desinfiziert. Entzündungen klingen ab.
- Wenn eine Superinfektion auftritt, müssen Antibiotika verabreicht werden.
- Vielen Kunden verschafft eine lokale Wärmeapplikation Linderung der Schmerzen.
- Die Lokaltherapie sowie die Wundversorgung sollten morgens sowie am Abend vor dem Schlafengehen durchgeführt werden. Damit wird sichergestellt, dass die Nachtruhe des Kunden nicht durch Juckreiz oder Schmerzen gestört wird.
- Wenn Verbände angelegt werden, achten wir darauf, dass diese leicht und möglichst luftdurchlässig sind.
- Bei schweren Verläufen sollte sich der Kunde körperlich schonen und ggf. Bettruhe halten.
- Zusätzlich zur Nachtruhe benötigen viele Erkrankte auch am Tag zusätzlichen Schlaf. Wir schützen den Kunden vor unnötigen Störungen und vermeidbarem Stress. Wir bitten Angehörige, bei der Planung von Besuchen entsprechend Rücksicht zu nehmen.
- Vom Inhalt der Hautbläschen geht eine deutliche Infektionsgefahr aus. Die Übertragung kann aerogen durch virushaltige Tröpfchen erfolgen oder als Schmierinfektion. Daher werden folgende Gruppen von dem Kunde ferngehalten:
- Kinder, die weder Windpocken durchlebt haben noch per Impfung immunisiert wurden.
- abwehrgeschwächte Erwachsene
- Pflegekräfte müssen bei jedem Kontakt mit dem Kunden Handschuhe tragen und sich die Hände desinfizieren. Dieses dient nicht nur der Sicherheit der Pflegekräfte, sondern vor allem auch dem Schutz des Kunden vor Sekundärinfektionen etwa mit Staphylococcus aureus.
Eine lückenlose Händehygiene ist auch für Besucher unverzichtbar.
- Als "gesund" gilt ein Betroffener, wenn die Hauterscheinungen abgeklungen sind. Es besteht dann keine Ansteckungsgefahr mehr, selbst wenn die anderen Symptome (z.B. Schmerzen) noch immer bestehen.
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Komplikation |
Wir achten auf Komplikationen und informieren den Hausarzt zeitnah über gesundheitliche Veränderungen:
- Postherpetische Neuralgie: Vor allem ältere Erkrankte können auch Monate nach dem Verschwinden des Hautausschlages noch über Schmerzen und Missempfindungen klagen.
- Keratitis: Hierbei handelt es sich um eine Hornhautentzündung des Auges mit Einwanderung von Entzündungszellen. Diese Komplikation ist bei Beteiligung des ersten Trigeminusastes zu befürchten.
- Nervenentzündung: Wenn die Entzündung auf Nervenzellen übergreift, kann das Gehör und das Geschmacksempfinden beeinträchtigt werden. Ggf. kann sogar eine halbseitige Gesichtsmuskellähmung ("Fazialis-Lähmung") auftreten.
- In fünf Prozent aller Fälle kommt es zu motorischen Ausfällen.
- Selten werden innere Organe betroffen, etwa in Form einer Pneumonie.
- Meningitis und Enzephalitis: In wenigen Fällen können sich das Hirn oder die Hirnhaut entzünden.
- nekrotische Hautveränderungen: Die Haut heilt nicht vollständig ab, sondern bildet Narben aus.
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| Nachbereitung: |
Prognose |
- Bei gesunden Kunden verläuft die Erkrankung zumeist komplikationsfrei. Der Ausschlag bildet sich binnen sieben bis zehn Tagen zurück. Innerhalb von zwei bis vier Wochen heilt die Haut wieder ab.
- Bei einer Immunsuppression ist das Leben des Kunden in Gefahr, da die Erkrankung auf die inneren Organe übergreifen kann.
- Die allermeisten Menschen erkranken nur einmal an Gürtelrose.
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weitere Maßnahmen |
- Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.
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| Dokumente: |
- Vitalzeichenkontrollblatt
- Berichtsblatt
- Blatt "Meldungen an den Arzt"
- Durchführungsnachweise
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| Verantwortlichkeit / Qualifikation: |
- alle Mitarbeiter
- externe Partner
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